Menü der Hauptseiten

Unterseiten dieser Seite

Seiteninhalt

Meldungen

Donnerstag, 26. Juni 2008

Computer-Führerschein für Schüler von SPD gefordert

Düsseldorf. Die SPD-Opposition fordert die verbindliche Einführung von «Führerscheinen für Medienkompetenz» an allen Schulen Nordrhein-Westfalens.

 

Schüler sollten ein europaweit anerkanntes Zertifikat für den technischen Umgang mit Computern erwerben sowie einen weiteren Kompetenz-Nachweis über Persönlichkeitsrechte, Datenschutz und die Glaubwürdigkeit von Quellen. Das schlug der Vize-Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Marc Jan Eumann, am Mittwoch in Düsseldorf vor. Der im Landesmedienrecht verankerte gesetzliche Auftrag, Medienkompetenz zu vermitteln, werde von der schwarz-gelben Landesregierung vernachlässigt, kritisierte er.«www ist so wichtig wie das ABC», betonte der Medienpolitiker. «Wir können uns in Nordrhein-Westfalen keine digitalen Analphabeten erlauben.» Deswegen müsse die Vermittlung von Medienkompetenz ein verbindlicher Baustein in der Lehrerausbildung werden. «Das ist der Füller in der digitalen Welt.» Die «Kulturtechnik Medien-Kompetenz» soll nach den Vorstellungen der SPD nicht als eigenes Schulfach, sondern fächerübergreifend durch die gesamte Schullaufbahn hindurch vermittelt werde

 

Gefahr des "sorglosen Umgangs mit Medien"

«Beispiele des sorglosen Umgangs mit Medien häufen sich», sagte Eumann. Deswegen sei das Wissen um die Verwertung und den Missbrauch persönlicher Daten im weltweiten Netz ebenso wichtig wie das Erlernen technischer Fähigkeiten. Die Schüler- und Studenten-Plattformen « schüler.vz » und « studivz.net » verzeichneten beispiellose Zuwachsraten in Deutschland. «Nur wer weiß, was mit seinen Daten geschehen kann, kann einschätzen, ob er sich auf das eine oder andere tatsächlich einlässt.»

 

So könne etwa ein in Partylaune ins Netz gestellte Bikini-Foto oder Video unerwünschte Spätfolgen für eine spätere Bewerbung haben, warnte Eumann. Zumal solche eigentlich harmlosen Bilder später auf Seiten auftauchen könnten, «wo man sich nicht sehen möchte». Ebenso müssten Schüler vor neonazistischen und pornografischen Inhalten gewarnt werden, die in eigentlich für sie gedachte Seiten eingespeist würden. Nicht zuletzt lauerten im Netz auch Gefahren für Kinder: «Hinter mancher vermeintlich 12-jährigen Chat-Partnerin im "schüler.vz" verbrigt sich in Wirklichkeit ein 24-jähriger Mann.» (dpa)

Seitenfuß mit Copyright und dem Link zur Druckversion