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Donnerstag, 12. Juni 2008
DLGI zum Bildungsbericht der KMK - Bessere Job-Chancen für Hauptschüler
Der Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz belegt, dass jeder zweite Hauptschüler auch 13 Monate nachdem er die Schule verlassen hat, noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat. Vielmehr durchlaufe der überwiegende Teil der Hauptschüler nach Ende der Pflichtschulzeit eine „Odyssee“ verschiedener Nachqualifizierungs- und Überbrückungsmaßnahmen deren „Effektivität und Effizienz“ angesichts hoher Kosten für die Bundesagentur für Arbeit und für den Bund zweifelhaft seien.
„So schockierend der Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz auch sein mag, enthält er doch wenig Neues“, erklärt Thomas Michel, Geschäftsführer der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI): „Schon lange beklagen Industrie und Handwerk, dass die Kenntnisse der Bewerber um einen Ausbildungsplatz nicht ihren Anforderungen genügen und dass insbesondere die erforderlichen IT-Grundkenntnisse fehlen. Zudem belegt der Bildungsbericht auch, dass es die öffentlichen Kassen in hohem Maße belastet, wenn Bildungsinhalte nicht in der Schule, sondern in teuren Nachqualifizierungsmaßnahmen vermittelt werden müssen.“
Dass es auch anders geht, zeigt eine Projektstudie der Universität Oldenburg an Hamburger Haupt- und Berufsschulen: Schüler, die an ihrer Schule den Europäischen Computerführerschein ECDL™ erwerben, haben deutlich bessere Chancen beim Berufseinstieg.
Bessere Bewerbungschancen
Im Rahmen eines mehrjährigen Projektes hat die Hansestadt Hamburg unter Federführung des Instituts für Sozial- und Bildungspolitik e.V. (ISH) den Europäischen Computerführerschein ECDL an 31 Haupt- und Berufsschulen erprobt. Die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Begleituntersuchung des Projektes wurden im Februar 2008 vom Wolfgang Schulenberg Institut für Bildungsforschung und Erwachsenenbildung der Universität Oldenburg vorgelegt. Befragt wurden die beteiligten Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrer.
Schüler, die mit ihrer Bewerbung ein ECDL-Zertifikat einreichen konnten, verbesserten signifikant ihre Chancen, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. 66% dieser Schüler wurden zum Bewerbungsgespräch gebeten, während nur 42% der Schüler ohne ECDL eingeladen wurden. Dass der ECDL die Aufmerksamkeit der Personalverantwortlichen auf die Bewerber gelenkt hat, belegen die Forscher damit, dass die Schülerinnen und Schüler in den Vorstellungsgesprächen gezielt auf das Zertifikat angesprochen wurden.
Gleichzeitig belegt die Studie, dass auch die Informatik-Lehrkräfte von der Einführung des ECDL profitierten und die Qualität des Informatik-Unterrichts so spürbar verbessert wurde.
Unterstützung durch Schulministerien
Auch die Mehrzahl der Schulministerien in den einzelnen Bundesländern unterstützt den international anerkannten und herstellerunabhängigen Europäischen Computerführerschein: Rahmenverträge, die es den Schülern eines Bundeslandes erleichtern, den ECDL zu erwerben, bestehen inzwischen mit 6 Bundesländern.
Ganze Meldung : Letzte Änderung 06.01.2009, 02:11 Uhr
